GEMA oder warum sie den Künstlern oft nicht nutzt

Es ist doch schon erstaunlich, dass die Urheberrectsdiskussion so auf die Musik- und Filmindustrie bzw. deren Produkte fokussiert. Eine Erklärung sind sicher die Abmahnwellen, die die Verwerterfirmen gegen illegales Downloaden und Tauschen etc. losgetreten haben. Weitere und wahrscheinlich in der Masse grundlegendere Argumente, die gegen einen Erhalt der derzeitigen Urheberrechte-Wahrnehmung durch die GEMA eine Rolle spielen, hat der Heise-Verlag zusammengetragen:

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36909/1.html

Aus meiner Sicht ist es wichtig, die Diskussion stärker zu fokussieren. Der Problemkomplex “Urheberrecht – content-verwerter/major-labels/Musikverlage – GEMA” rechtfertigt eventuell eben nicht die Forderung nach grundsätzliche Aufhebung des Urheberrechts. Fotografie, Wortkunst aber auch der Bereich Patente und Software lassen sich nicht nach den gleichen Massstäben beurteilen – aus einer Reihe von Gründen, die ich ein andermal aufführen werde. An dieser Stelle sei aber darauf verwiesen, dass es in Wold, Bild, Patent und Software auch keine Urheber gibt, die sich laut zu Wort melden, weil sie das bestehende klassische Urheberrecht behindern würde (Ausnahme ist sicher der Bereich open data von staatlich geförderter Forschung: http://bit.ly/KXQ8wd ). Im Bereich Softwareentwicklung stellt sich gerade bei start-ups und kleinen Firmen eher die Abwehr der Infektion mit aggressiven BSD und open source Lizenzen als Problem dar – paradoxer Wiese also eher das Gegenteil.

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